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Die Obduktion

Der Tod eines geliebten Menschen ist immer schwer zu verkraften, reisst er doch eine grosse Lücke in das Leben, an die man sich erst einmal gewöhnen muss. Wenn aber angekündigt wird, dass dieser verstorbene Mensch auch noch einer Obduktion unterzogen werden soll, so ist dies für viele Hinterbliebene ein grosser Schock. Allerdings gibt es viele Gründe, die eine solche Obduktion notwendig erscheinen lassen.

Unter einer Obduktion versteht man dabei die äussere und innere Untersuchung des Leichnams, der zu diesem Zweck geöffnet wird, um eine genaue Todesursache fest stellen zu können sowie Erkenntnisse über den konkreten Verlauf des Todes gewinnen zu können.

Anlässe für eine Obduktion

Eine Obduktion kann aus verschiedenen Gründen veranlasst werden, bei denen die Angehörigen zum Teil kein Einspruchsrecht haben.

  • Rechtliche Anlässe
    Eine Obduktion kann durch die Behörden angeordnet werden, wenn durch eine rein äusserliche Leichenschau die Todesursache nicht eindeutig festgestellt werden kann. Oder aber es lagen von vornherein Verdachtsgründe vor, die auf eine nicht natürliche Todesursache wie ein kriminelles Delikt, einen Unfall oder eine Selbsttötung hinweisen.
    Die Obduktion wird in diesen Fällen von einem Gerichtsmediziner vorgenommen, der den Ablauf genau protokolliert und seine Erkenntnisse den Behörden zur Verfügung stellt. Die Familie hat in diesen Fällen kein Einspruchsrecht, selbst wenn zum Beispiel starke religiöse Vorbehalte existieren sollten. Auch besteht nicht zwingend ein Anrecht darauf, die Ergebnisse der Obduktion zu erfahren. Das hat zum Teil damit zu tun, dass diese Bestandteil behördlicher Ermittlungen sind, aber auch damit, dass auch nach dem Tod das Persönlichkeitsrecht des Verstorbenen gewahrt werden soll. Denn womöglich ist dieser an einer Krankheit verstorben, von der er nicht gewollt hat, dass seine Angehörigen dies erfahren.

  • Medizinische Anlässe
    Soll eine Obduktion aus medizinischen Gründen vorgenommen werden, so muss vorher feststehen, dass der Mensch eines natürlichen Todes gestorben ist. Denn diese medizinische Autopsie dient nicht der Feststellung der Todesursache, sondern hat die Gewinnung weiterer Erkenntnisse zum Ziel. So kann zum Beispiel erforscht werden, ob der Tod im Zusammenhang mit einer Berufskrankheit oder genetischen familiären Risiken steht oder es kann darum gehen, Erkenntnisse über Behandlungsmethoden und Therapien zu gewinnen. Die für die Gesundheit zuständigen Behörden können ebenfalls eine medizinische Obduktion veranlassen, wenn der Verdacht auf eine Seuchengefahr besteht.
    Bei einer medizinischen Autopsie ist normalerweise das Einverständnis der Familie erforderlich, sie darf im Normalfall ohne dieses nicht durchgeführt werden.

  • Ausbildungszwecke
    Obduktionen werden auch im Rahmen der medizinischen Ausbildung durchgeführt. Hier muss der Spender allerdings schon zu Lebzeiten eine entsprechende Verfügung erstellen, in der er seinen Körper der Wissenschaft zu Forschungszwecken zur Verfügung stellt.

Ablauf einer Obduktion

Die Obduktion beginnt mit der sogenannten äusseren Leichenschau, bei der der entkleidete Körper mit grosser Sorgfalt untersucht wird. Alle Erkenntnisse wie Blutergüsse oder Schnittwunden und ähnliches werden dokumentiert, da sie wertvolle Hinweise liefern können.

Anschliessend werden der Schädel, der Brustraum und die Bauchhöhle geöffnet, damit auch alle inneren Organe genau untersucht werden können. Die Organe sowie verschiedene Gewebeproben werden entnommen und untersucht; anschliessend an die Untersuchung werden die Organe zurück in den Körper gegeben. Dieser wird dann gereinigt und wieder verschlossen, so dass selbst eine offene Aufbahrung nach einer Obduktion möglich ist – die Eingriffe sind für die Trauernden nicht sichtbar.