Suchen Sie in 26.495 Anzeigen

Sonderurlaub im Todesfall

Jeder Todesfall stellt für die Angehörigen und Freunde, die diesem Menschen verbunden waren, einen Schock dar und löst Trauer und Schmerz aus. Die seelische Belastung ist gross, man muss sich erst damit auseinandersetzen, dass das Leben nun ohne diesen Menschen weitergehen muss.

Für die Angehörigen kommen neben diesen emotionalen Belastungen noch ganz handfeste Probleme hinzu: Es muss die aktuelle Situation geklärt werden, eventuell stehen grosse Veränderungen in der Lebenssituation an und natürlich muss sehr zeitnah die Bestattung organisiert werden. Dies alles kann recht aufwändige Massnahmen wie Behördengänge und die Organisation der Abdankungsfeier und der Bestattung erfordern, welche in kurzer Zeit erledigt werden müssen.

Die gesetzliche Regelung zum Sonderurlaub im Todesfall

Im Arbeitsrecht ist geregelt, dass einem Arbeitnehmer in bestimmten Fällen Kurzabsenzen zu stehen, die er für die Wahrnehmung bestimmter Aktivitäten nutzen kann. Dies ist der Fall bei einer Heirat, einem Umzug und auch bei einem Todesfall. Der Sonderurlaub bedeutet dabei, dass der Arbeitnehmer bei Fortzahlung der Bezüge einige Zeit der Arbeit fernbleiben darf. Der Sonderurlaub muss beantragt und genehmigt werden, darf aber nicht abgelehnt werden. Die Dauer des Sonderurlaubs im Todesfall ist allerdings im Gesetz nicht genau festgelegt, es spricht nur von den „üblichen Stunden und Tagen“. Daher ist die konkrete Dauer dieses Sonderurlaubs normalerweise in den Regelungen des Arbeitsvertrages des Unternehmens fest gelegt. Er liegt zwischen einem und drei Tagen.

Der Sonderurlaub im Todesfall steht nur den engsten Familienangehörigen zu, das sind Ehepartner, Eltern, Kinder, Grosseltern und Schwiegereltern. Weiter entfernte Verwandte können eventuell nur den Sonderurlaub für die Beerdigung selbst in Anspruch nehmen.

Die Regelungen des Sonderurlaubs im konkreten Fall

Es ist möglich, dass die Dauer des Sonderurlaubs in einem Tarifvertrag fest gelegt wurde oder aber dass das Unternehmen selbst eigene Regelungen getroffen hat. Als Kriterium für die Dauer wird oft die Betriebszugehörigkeit des Mitarbeiters heran gezogen.

Da die Regelungen sehr individuell sein können, gibt es nur Richt- und Erfahrungswerte. Üblich ist es, dass bei einer Zugehörigkeit zum Betrieb von bis zu sechs Monaten ein bis maximal drei Tage gewährt werden; bei einer Zugehörigkeit bis zu einem Jahr zwei Tage und bei einer Zugehörigkeit von mehr als einem Jahr drei Tage bis zu maximal zwei Wochen. Die wirtschaftliche Lage veranlasst derzeit viele Unternehmen dazu, sich eher an den unteren Werten zu orientieren. Wenn man also absehen kann, dass der gewährte Sonderurlaub nicht ausreichend sein wird, so sollte man sich rechtzeitig darum bemühen, zusätzlich normalen oder auch unbezahlten Urlaub zu beantragen.

Welchen Sonderurlaub der Arbeitgeber im Todesfall gewährt, kann man seinem Arbeitsvertrag entnehmen oder bei der Personalabteilung oder dem Betriebsrat erfragen. Zu diesen Regeln kommt die Praxis der betrieblichen Übung hinzu. Das bedeutet, dass im Sinne der Gleichbehandlung der Mitarbeiter die bisherige Praxis auch abweichend von den Regelungen beibehalten wird. Wurden bisher zum Beispiel allen Mitarbeitern drei Tage gewährt, so erhält auch der Mitarbeiter mit einer kurzen Betriebszugehörigkeit diese drei Tage, obwohl ihm vielleicht nur einer zusteht.

Zwar steht der Sonderurlaub im Todesfall jedem Arbeitnehmer zu, aber er muss dennoch einen schriftlichen Antrag stellen. Versäumt der Arbeitnehmer diesen und bleibt womöglich unentschuldigt seinem Arbeitsplatz fern, so kann eine fristlose Kündigung die Folge sein. Man sollte diesen Antrag auf Sonderurlaub also sehr zeitnah stellen, damit keine Probleme auftreten.