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Vorbereitungsmaßnahmen - Das eigene Ableben vorbereiten

Um dem eigenen Lebensende gefasster entgegenzublicken, kann es helfen, Vorkehrungen zu treffen und wichtige Fragen frühzeitig zu klären – mit sich selbst und mit denen, die einem nahe stehen.

 
Patientenverfügung und Patientenvollmacht
Zunächst einmal stellt sich eine ganze Reihe von Fragen rund um den letzten Lebensabschnitt. Welche intensivmedizinischen Behandlungen möchte ich in Anspruch nehmen, wenn ich nach einem schweren Unfall im Koma liege oder nach einem Schlaganfall nicht mehr urteilsfähig bin? Ist es mir wichtiger, bis zuletzt bei klarem Verstand zu sein, oder möchte ich lieber möglichst wenig Schmerzen haben? Möchte ich im Todesfall meine Organe spenden oder nicht? In einer Patientenverfügung können Sie festhalten, welche Massnahmen Sie nach einem Unfall oder einer schweren Erkrankung wünschen und welche nicht. An diese Willensäusserung müssen sich Ärzte und medizinisches Personal halten.
Unterschiedlich ausführliche Patientenverfügungen zum Ausfüllen sowie Information und teilweise Beratung dazu bieten beispielsweise die Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte FMH, das Schweizerische Rote Kreuz SRK, CARITAS, Pro Senectute, die Basler Non-Profit-Organisation GGG Voluntas oder die Stiftung Dialog Ethik.
Wer sich selbst noch nicht ausführlich mit dem Thema beschäftigen möchte, kann auch in einer Patientenvollmacht bestimmen, welche Person des Vertrauens entscheiden soll, wenn Sie selbst nicht mehr ansprechbar oder urteilsfähig sein sollten. Eine ausführliche Wegleitung sowie ein Patientenvollmachts-Formular bietet etwa die Stiftung Dialog Ethik.
 
Abschied, Todesanzeige, Trauerfeier, Bestattung
Direkt nach dem Todesfall sind die Angehörigen mit verschiedenen Fragen und Aufgaben konfrontiert. In dieser schwierigen Situation kann es für sie hilfreich sein zu wissen, was die letzten Wünsche der verstorbenen Person waren.
Wer soll nach dem Tod benachrichtigt werden, und auf welche Weise? Sind die aktuellen Adressen von zu benachrichtigenden Personen irgendwo zusammengestellt? Möchte ich allenfalls persönliche Abschiedsbriefe schreiben, die erst nach meinem Tod an die betreffenden Personen gelangen sollen?
Weiter stellen sich Fragen rund um die Bestattung. Wünsche ich eine Erdbestattung, eine Urnenbestattung oder möchte ich, dass meine Asche in einem See, im Meer oder sonst einem für mich bedeutsamen Ort zu verstreut wird? 
Für die Vorbereitung von Todesanzeige und Trauerfeier kann es hilfreich sein, wenn Sie bereits selbst einen Lebenslauf oder eine Lebensgeschichte verfassen mit den Stationen, die Ihnen wichtig sind.
Allerdings sollten Sie gewisse Entscheidungen auch mit Ihren Angehörigen besprechen oder je nachdem sogar diesen überlassen. Wer beispielsweise aus dem Wunsch heraus, nicht zur Last zu fallen, ganz auf eine Trauerfeier verzichten möchte, kann sein Umfeld damit unter Umständen mehr be- als entlasten. Selbst wenn eine Trauerfeier Ihnen unwichtig erscheint – für Ihre Angehörigen kann sie unter Umständen zentral sein, um zu trauern und Abschied zu nehmen.
 
Testament und Erbe
Wer selbst bestimmen möchte, was nach dem Tod mit Vermögenswerten geschieht, sollte ein Testament verfassen. Pflichtteile für Ehepartner, direkte Nachkommen und weitere Verwandte sind gesetzlich festgelegt. Darüber hinaus können aber auch nicht erbberechtigte Personen oder Institutionen berücksichtigt werden.
Ein eigenhändiges Testament muss vollständig in Handschrift verfasst, mit Ort und Datum versehen und unterschrieben sein. Vorlagen können beim Schreiben Orientierungshilfe bieten. Wer ganz sicher sein möchte, dass das Testament juristisch einwandfrei ist, kann es auch mit Hilfe eines Notars erstellen – man spricht in diesem Fall von einem öffentlichen Testament. Damit es sicher gefunden wird, hinterlegt man ein Testament oder eine Kopie davon am besten bei einer Vertrauensperson oder auch bei einem Notar. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, es im Testamentenregister zu registrieren. Achtung: Liegt das Original des Testaments in einem Banksafe, wird es für die Erben schwierig, es zu bekommen.
 
Digitale Daten
Nicht zuletzt sollte man sich bereits zu Lebzeiten überlegen, was nach dem Tod mit den Daten geschehen soll, die man im Internet hinterlässt. Sollen die Angehörigen Zugang zu meinen E-Mails erhalten? Oder zu Bildern oder Daten, die ich auf Flickr oder eine andere Plattform geladen habe? Sollen Profile auf sozialen Netzwerken gelöscht oder in eine Gedenkplattform umfunktioniert werden?
Laut einer Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW zum Thema «Sterben und Erben in der digitalen Welt» gehen Plattformen wie Facebook, Xing, Flickr, Twitter, Gmail, PayPal oder Twitter unterschiedlich mit dem Tod von Mitgliedern um: Manche gewähren Angehörigen bei Vorweisen einer Sterbeurkunde Einblick, manche nicht, manche E-Mail-Konten oder andere Dienste werden nach einer gewissen Zeit der Inaktivität automatisch gelöscht.
Am besten sollte man Zugriffsdaten wie Benutzernamen und Passwörter aller Internetkonten und -aktivitäten auf einer Liste aufführen und gleichzeitig festhalten, welchen Umgang man mit diesen Daten wünscht.