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Früh regeln, damit später alles richtig läuft.

Es braucht nicht viel. Der Aufwand bleibt überschaubar. Bloss machen muss man es: Nämlich vor seinem Tod regeln, was danach Gültigkeit haben soll. Was hilft, ist ein klares und logisches Vorgehen (Checkliste), damit nichts vergessen geht. Was man auch immer regelt – es muss unmissverständlich formuliert sein. Keine Zweifel dürfen aufkommen. Und es muss, bei allen persönlichen Interessen und Vorlieben, immer auch gesetzeskonform sein. Wer unklar formuliert oder Sittenwidriges wünscht, läuft Gefahr, dass seine letzten Wünsche null und nichtig sind. Die Dinge in die gewünschten und richtigen Wege leiten, solange es noch geht, ist das Gebot der Stunde.

Checklisten helfen immer und überall. Wer sich an sie hält, vergisst nichts. Wir führen hier drei Punkte auf, die Grundsätzliches behandeln. Punkt eins und zwei befassen sich mit je einem Thema, das fast alle betrifft, Punkt drei schlägt einen Ordner vor, der alles beinhaltet, was für den Einzelnen mit seinen individuellen Bedürfnissen wichtig sein kann.

Will man sicher sein, dass der eigene Wille vollstreckt wird und die direkten Nachkommen sich nicht im Dschungel diffuser Unklarheiten verheddern, sollte man sich an das Folgende halten:

 

1. Partner brauchen ein eigenes, nur auf sie lautendes Bankkonto:

  • Banken lassen nach dem Tod eines Bezugsberechtigten, bis testamentarisch alles geregelt ist, sehr oft niemanden mehr auf das gemeinsame Konto zugreifen. Auch – und das ist wichtig zu wissen – Partnerinnen oder Partner, die bezüglich des Kontos die gleichen Rechte haben, wie die Verstorbene, der Verstorbene. Zahlen Banken Geld an nicht Erbberechtigte aus, kann sie das teuer zu stehen kommen, daher blockieren sie die Auszahlungen bis zur definitiven Klärung. Darum brauchen alle ein separates Konto, von dem sie ein, zwei Monate, bis alles geregelt ist, problemlos leben können.

Lesen Sie mehr dazu auf dieser Webseite unter:

Die Ohnmacht mit der Vollmacht

 

2. Das Testament verfassen und auf dem zuständigen Bezirksamt deponieren:

  • Das Testament juristisch richtig verfassen ist das Eine. Wird es gebraucht, muss es auch rasch zu finden sein. Unter der Matratze ist kein guter Platz. Auch der Banksafe ist nicht unbedingt zu empfehlen. Im Aargau ist jedes Testament auf dem Bezirksamt am besten aufgehoben. Die zuständige Behörde erhält vom für die Wohngemeinde zuständigen Zivilstandsamt die Todesnachricht und macht sämtliche deponierten Dokumente den berechtigten Personen sofort zugänglich. (Anmerkung: Arbeitgeber, Vermieter, Pensionskassen, Krankenkassen, Banken, Versicherungen etc. sind von den Angehörigen selber über den Todesfall zu informieren.)

Lesen Sie mehr dazu auf dieser Webseite unter:

Testament und Erbe

 

3. Ein Ordner – eindeutig beschriftet und rasch griffbereit – bringt Übersicht und macht vieles einfacher:

  • Dieser Ordner muss den Hinterbliebenen, denen Sie Einsicht in Ihre letzten Wünsche geben wollen, einfach zugänglich sein. Formulieren Sie darin alles, was Ihnen wichtig ist. Am besten gut strukturiert und in einzelne Kapitel – mit klar und verständlich beschrifteten Registern – unterteilt. Ist so ein Ordner komplett, ist er aussagekräftig und daher für alle verbindlich. Vor allem bündelt er alles an einem Ort. Was vieles vereinfacht.
  • Legen sie darin sämtliche Dokumente ab: auch  medizinische Verfügungen (Organspende) etc.
  • Listen sie Wertsachen und weitere Gegenstände auf.
  • Formulieren sie ihre Beerdigungswünsche.
  • Legen sie ein Schlüsselverzeichnis an. Vor allem auch, wenn sie über weitere Wohnungen und/oder Häuser verfügen.
  • Schreiben Sie die Benutzernamen und Passwörter für die Verwaltung Ihres digitalen Erbes auf, damit ihre Accounts, E-Mail-Adressen, etc. sauber und ohne zusätzliche Kosten gelöscht werden können.
  • Und, und, und…

Dies alles (und individuell ergänzt noch viel mehr) macht so ein Ordner zu einer Sammlung von Anweisungen und Dokumenten, die den Hinterbliebenen viel Mühe, Zeit und Arbeit ersparen und damit eine eh schon schwierige Zeit vielleicht etwas leichter gestaltet. Und der Verfasserin, dem Verfasser gibt er die Sicherheit, dass nach ihrem, nach seinem Ableben alles in ihrem, seinem Sinn geregelt und erledigt wird. Ein gutes Gefühl.

Eine Auflistung kann nie den Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Sie gibt aber Anhaltspunkte, auf was alles geachtet werden muss.

Autor: Heinz Haug / haugsache.ch