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Auch Alleinstehende sollten ihren Nachlass regeln

Jede Erblasserin, jeder Erblasser hat gesetzliche Erben. Allein, diese zu finden, ist nicht immer einfach. Vor allem, wenn die Verstorbenen Alleinstehende waren. Eine klare Nachlassregelung schafft klare Verhältnisse.

 

Wer alleinstehend ist und über sein Vermögen nicht testamentarisch verfügt, begünstigt automatisch seine gesetzlichen Erben. Auch wenn er zu diesen schon seit Jahren keine Beziehung mehr unterhält. Und er eigentlich auch gar nicht will, dass diese ihn beerben.

 

Zum Begriff "Alleinstehend" ist das Folgende anzumerken: Als Alleinstehend von Gesetzeswegen gilt, wer ledig, geschieden oder verwitwet ist und keine Kinder hat. Alleinstehende können über ihr Vermögen völlig frei verfügen, ausser ihre Eltern oder ein Elternteil sind/ist noch am Leben. Eltern besitzen Pflichtteilsrechte.

 

Alleinstehende, die kein Testament einrichten, begünstigen in erster Linie ihre Eltern. Nach deren Tod die Geschwister. Fehlen auch die, fällt das Vermögen den Nichten und Neffen zu. Danach wird es kompliziert. Nach langen Nachforschungen kommen dann sehr oft sehr weit entfernte Verwandte in den Genuss eines eventuellen Geldsegens. Vielleicht nicht unbedingt das, was sich Alleinstehende zu Lebezeiten gewünscht haben

 

Wer also völlig frei über sein Vermögen entscheiden kann, der sollte dies auch rechtzeitig tun. Und zwar präzis, klar und eindeutig. Wer ein Teil seines Bargeldes seinem Fussballverein, zum Beispiel für die Förderung der Juniorinnen und Junioren, überlassen will, der muss so präzis formulieren, dass für den Erbverwalter eindeutig ersichtlich ist, wem das Geld zugesprochen werden soll. Die Formulierung "…für die Junioren meines Dorfvereines…" dürfte da kaum ausreichen.

 

Zum Zeitpunkt, da das Testament verfasst wird, hat das Nettonachlassvermögen eine gewisse Grösse. Diese kann im Lauf der Jahre und bis zum Ableben des Erblassers zu- oder auch abnehmen. Profitieren mehrere Erben vom Wohlwollen des Verstorbenen, so macht es Sinn, das Erbe in Prozente aufzuteilen. Zum Beispiel: "50 Prozent meines Nachlassvermögens gehen an die Institution XY." Wie hoch diese 50 Prozent dann auch immer sein mögen, entscheidet nicht zuletzt der Lebenswandel der letzten Jahre des Verstorbenen. Denn so viel ist klar: Es kann nur verteilt werden, was noch da ist. Keiner muss sparen, damit er so viel vererben kann, wie er in seinem Testament möglicherweise angegeben hat.

Autor: haug, wiezel: publikationen